In den Medien dieser Tage hört und liest man wieder viel von “Ewiggestrigen”, “Menschen von Vorgestern” oder solchen “von Gestern” - z.B. im Zusammenhang mit den erstaunlichen Vorstellungen, die die Familienministerin von der Leyen und ihr nahestehende Teile der Unionsparteien propagieren.
“Gestrig” ist dabei natürlich als abwertend gedacht und disqualifizierend im Gegensatz zum Modernen.
Man muss sich der Lebenswirklichkeit anpassen, die Politik hat den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen Rechnung zu tragen, sind die Argumente.
Ich widerspreche!
Wenn sich die Lebenswirklichkeit und die gesellschaftlichen Bedingungen so weit von den früheren Zielvorstellungen entfernt haben, dann hat bewahrende Politik schlicht und ergreifend versagt, dann haben auch z.B. die Bewahrer der Kirchen versagt, haben die bewahrenden Kräfte der Gesellschaft versagt. Erste Wahrheit!
Aber die Konsequenz aus diesem Versagen darf doch nicht sein, dass man sich jetzt einfach den Veränderungen anpasst - zu groß sind ja auch die Nachteile, die überall in der Gesellschaft deutlich zu erkennen sind und vor denen “Konservative” ja zu recht immer gewarnt haben (sie hatten recht!). Nur weil (vielleicht) eine Mehrheit jetzt sagt, dass 4+4 eben doch 9 seien, ist das doch nicht richtig! Konsequenz muß sein, gerade jetzt für das (immer schon) als richtig Erkannte einzutreten, das eigene Gesellschaftsbild nicht anzupassen sondern aktiv zu bewerben und vorzutragen, das ist Aufgabe verantwortungsvoller Politik! So ist es in Wahrheit!
Was würden wir denn machen, wenn alle sich angewöhnen würden, beim Nachbarn in den Garten zu urinieren - ein Gesetz, dass das zum guten Ton erhebt? Oder vielleicht doch dafür werben, daß das auch weiterhin als anstößig empfunden wird.
Wollen wir denn auch die 10 Gebote anpassen, wenn sie der gesellschaftlichen Wirklichkeit nicht mehr entsprechen (tun sie ja auch nicht mehr - bzw. vielleicht umgekehrt)? Manchmal glaube ich, das wird nicht mehr lange dauern - oder ist es schon geschehen?
Wenn Modernität heisst, daß gesellschaftliche Entwicklung eintreten und eingetreten sind, vor denen wir immer gewarnt haben, dann betrachte ICH “gestrig”, “vorgestrig” oder “ewig gestrig” keinesfalls als abwertend, sondern als Lob und Anerkennung.
Zumindest halte ich diejenigen - wie z.B. den ehemaligen Familienminister Geissler - , die mit solchen Begriffen und anderen (”Betonkoepfe”, “Machos”) argumentieren, für sehr zu hinterfragen.
gestrig, ewiggestrig, "von, vorgestern", Leyen, konservativ, von der Leyen
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