Im Deutschen Ärzteblatt, Heft 9/2007 vom 2.3.2007, findet sich unter der Überschrift “Kleiner Beigeschmack” ein Leitartikel einer Frau Rieser aus der “Berliner Redaktion”.
Frau Rieser nimmt Stellung zu einer Untersuchung des “Wissenschaftlichen Insitut der AOK (WIdO), die zu dem Schlus kommt: “Gesetzlich Versicherte sind beim Zugang zu niedergelassenen Ärzten gegenüber Privatversicherten benachteiligt.” Zwar sei, so schreibt Frau Rieser, offen, “wie häufig solche Bevorzugungen tatsächlich vorkommen und wie schwer sie objektiv wiegen” - nichts destotrotz bleibe bei ihr ob dieser Untersuchung doch ein “Kleiner Beigeschmack”: “Die meisten Bürger sind
Aus meiner Sicht strotzt und trieft ein solcher Artikel von typischer Unsinnigkeit der alltäglichen sozialitischen Berieselung und Gehirnwäsche, der wir allerorten ausgesetzt sind.
Freiwillig Versicherte von Privatkassen finanzieren ihre Gesundheits- und Krankheitskosten nach dem Versicherungsprinzip selbst und schaffen Rücklagen für ihr Alter; ihre Beiträge zu ihrer Kasse sind höher als die zur Gesetzlichen Versicherung GKV, die Honorare, die sie an ihre Ärzte bezahlen sind deutlich höher als GKV-Honorare - und finanzieren wesentlich mit, daß überhaupt Praxen zur Versorgung von GKV-Patienten möglich und rentabel sind. Künftig werden - über die in der aktuellen Gesundheitsreform zwangsweise verordneten “Basistarife” - Privatversicherte auch die Versicherung Anderer mitfinanzieren - zusätzlich dazu, daß sie das über ihre Steuern und die kommenden steuerbezuschußten Gesundheitsfonds für die GKV sowieso tun.
Aber daß gelegentlich - wie häufig ist ja “noch offen”, ich würde sagen “eher selten”- ein Privatversicherter, der seinem Arzt mehr bezahlt als ein GKV-Versicherter, schneller einen Termin bekommt als letzterer (es geht hier nicht um lebens- oder gesundheitsbedrohliche Zustände und Erkrankungen!), das behagt Frau Rieser nicht und hat einen kleinen Beigeschmack?
Ich halte das für unsäglich: Aus meiner Sicht ist es doch eher sogar zu fordern (wie sonst soll denn eine - finanziell im Gegensatz zur GKV solide - Privatversicherung noch begründet werden?), daß Privatversicherte, die ihre Krankenversicherung selbst finanzieren und auch dem Arzt mehr bezahlen (und in Zeiten des “Basistarifs” bald auch noch die Anderer mit) davon auch tatsächliche Vorteile haben - solange Leben und Gesundheit Anderer dabei nicht in Gefahr geraten). Einen eklen Beigeschmack hat höchstens die Unfreiheit, daß “Zwangsmitglieder” (!) der GKV sich dank unsinniger gesetztlicher Zwangsvorgaben nicht privat versichern können und sich wider unser aller besseres Wissen “auf einen dauerhaften und umfassenden Versicherungsschutz der Kasse verlassen” sollen.
Hören wir doch endlich auf mit diesem ständigen Gleichmachen in allen Lebensbereichen und immer wieder! Faire Ungleichheit zu Gunsten des Tüchtigen, Leistungsbereiten, Leistungsfähigen ist das Herz des Wohlstandes eines Landes und einer Gesellschaft. Wer ständig nach Gleichmachen ruft (siehe auch absurde Projekte des Molochs Europäische Union wie “Gesundheitliche Ungleichheiten reduzieren (Closing the Gap)” ) trägt die wahre Verantwortung für die sozialen und materiellen Verschlechterungen, die wir Tag für Tag in unserem Gesundheitswesen erleben und die zu immer neuen Reformen mit immer mehr “gerechter” Verteilung des Mangels führen. Leistung muß sich lohnen, überall in der Gesellschaft, dann wird sie erbracht und gewonnen, und letztlich profitieren dann vor allem auch die Schwachen unter uns vom allgemeinen Wohlstand. Die “DDR” ist historisch gescheitert - in unserer Gesellschaft feiert sie freilich fröhliche Urstände.
PS: Einmal ganz abgesehen davon, daß es natürlich auch die freie Entscheidung des Arztes geben müßte, wem er wann einen Termin gibt. “Kontraktionszwang”, “Behandlungspflicht” - das wir solche Vokabeln zur Beschreibung unseres Gesundheitssystems brauchen, zeigt doch auch schon deutlich, wohin wir geraten sind.
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